hairtex: Geruschsschutz für die Haare

Obing – Mit einer guten Idee zur erfolgreichen Unternehmerin

Christina Berger aus Rumersham bei Obing hat mit einer guten Idee und viel Frauenpower ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut. Seit gut 13 Jahren produziert sie mit ihrer Firma „hairtex“ geruchsabweisende Stallmützen.

Eine Karriere als Unternehmerin – darüber war Christina Berger anfangs selbst ein wenig überrascht.  Die Voraussetzungen dafür waren aber offensichtlich bestens. Quasi aus der Praxis für die Praxis hat sie die Lösung für ein Alltagsproblem in der Landwirtschaft entwickelt und mit der Herstellung von geruchsabweisender Bekleidung eine echte Marktlücke entdeckt. Schon als junges Mädchen und auch heute noch hilft die gelernte Krankenschwester gerne mit im Stall. Der Umgang mit Tieren liegt  ihr. Nervig ist nur der Stall- oder Silogeruch, der sich schon nach kürzester Zeit an der Kleidung und vor allem in den Haaren festsetzt und so gar nicht zu den vielfältigen Aufgaben des modernen Alltags passt. „Da hilft nur eins: Haarewaschen und das mindestens zweimal täglich“, weiß Christina Berger aus eigener Erfahrung. Aber das sei nicht nur zeitintensiv, sondern auf Dauer auch schädlich für die Haarstruktur. „Einschneidendes Erlebnis sei dann ein Einkauf beim Bäcker gewesen. In dem kleinen Laden habe sie ihren eigenen  Stallgeruch wahrgenommen und sich dabei fürchterlich unwohl gefühlt. Schon auf der Heimfahrt habe sie für sich beschlossen, dass eine praktikable Lösung in Form einer Kopfbedeckung hermüsse, die den Geruch von den Haaren fernhält. Zudem sollte sie modisch , praktisch und pflegeleicht sein.  Nach vielen verworfenen Entwürfen, entstand Ende der Neunziger, aus einem Stoff der zu 50 Prozent geruchsabweisend war, der lilafarbene ballonförmige Prototyp, den Christina Berger fortan selbst benutzte. Schnell kamen die ersten Anfragen von Freundinnen und Bekannten, die „auch so eine Stallhaube haben wollten“. Deshalb hat die kreative Rumershamerin im Internet nach funktionelleren Stoffvarianten gesucht und schließlich einen Schweizer Stoffhersteller für Skirennanzüge aufgetan. Der hat sich – obwohl es noch nie vorher eine ähnliche Anfrage gegeben habe - auf das Experiment eingelassen und einen mehrlagigen und einseitig atmungsaktiven Spezialstoff entwickelt. Die ersten Modelle wurden dann verschenkt. Ein wichtiger Test für die Markttauglichkeit der zwischenzeitlich zu einer kopftuchähnlichen Bindemütze gereiften Stallhaube erfolgte 2005 Jahren auf der Trostberger Regionalmesse. „Die überaus positive Resonanz hat mich damals motiviert, eine Geschäftsidee zu entwickeln“, erzählt Christina Berger. Was dann folgt ist eine Erfolgsgeschichte, über die Sie am liebsten auch ein Buch schreiben möchte und die zeigt, „das man auch ohne Abitur viel erreichen kann“, sagt die findige Unternehmerin. Was man aber braucht: „Ausdauer, fixierte Ziele und ein guter Plan“. Ihre Erfahrungen gibt Christina Berger gerne als Referentin an Berufsschulen weiter, um allem jungen Menschen Mut zu machen, Dinge anzupacken, negative Einflüsse auszublenden und sich nicht von seinen Visionen abbringen zulassen. Auch wenn man dafür von seinem Umfeld erst einmal belächelt werde und der Weg schon mal holprig werden könne. Die Firmengründung 2006 mit den damit verbundenen unternehmerischen Herausforderungen habe ihr viel Kraft und Energie abverlangt, ihr Leben aber auch bereichert, lautet das Resümee. Produktentwicklung, Produktion, Angebotspalette, Marketing, Kundenbetreuung, Verpackung oder Versand der Waren – ganz nach dem Motto: Selbst ist die Frau. Hinzu komme das frauenspezifisches Problem, Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen und möglichst allen Ansprüchen gerecht zu werden. Anfangs habe sie, neben „hairtex“ und ihrem Beruf als Krankenschwester, noch Büroarbeiten für die Schreinerei Ihres Ehemanns erledigt und auf dem Bauernhof mitgeholfen. Und dann sei da noch „das bisschen Haushalt und Familie gewesen“, sagt die zweifache Mutter augenzwinkernd. Dieses Pensum sei natürlich auf Dauer nicht zu schaffen, deshalb habe sie gelernt, Prioritäten zu setzen und Aufgaben abzugeben.

Optimal und regional

Mittlerweile beschäftigt „hairtex“ drei Teilzeitkräfte  und zu den rund 15000 Stammkunden gehören längst nicht mehr nur Bäuerinnen. „Wir sind extrem schlagkräftig“, betont Christina Berger, die ihre Produkte über Vertragshändler oder auch direkt über ihren Online-Shop und auf Messen vertreibt. Die Hauptabsatzmärkte liegen im deutschsprachigen Raum, aber auch in Skandinavien, Frankreich, Slowenien und Holland. Aber auch nach Asien und Nordamerika wurden die „hairtex“-Produkte schon versandt . Seit ein paar Jahren unterstützen die beiden Söhne die Unternehmerin im Marketing und der gesamten Web-Präsenz. Das Hauptaugenmerkt von „hairtex“ liegt dabei nach wie vor auf regionaler Wertschöpfung. So werden die Stallmützen schon von Anfang an im Betrieb der Schneidermeisterin Anni Rothbucher im etwa zwei Kilometer entfernten Obing genäht. Die übrigen Produkte werden aufgrund fehlender Kapazitäten in einer Näherei in der Slowakei gefertigt. Und auch der Umweltgedanke spielt eine große Rolle. Bei der Verpackung wird schon seit Jahren auf Plastik verzichtet und stattdessen Papier- und Karton verwendet. Trotz modernen Onlineshop setzt Christina Berger im Vertrieb stark auf Messen. Da kommt sie mit ihren Kunden ins Gespräch und nimmt viele Anregungen mit, die sie häufig schon auf der Heimfahrt gedanklich umsetzt. So wurde die Produktpalette, die auch andere Berufsgruppen anspricht, ständig weitentwickelt und erweitert. Beispielsweise mit einem Overall aus Mehrschicht-Funktionsstoff, der nicht nur zuverlässig vor Gerüchen schützt, sondern ist auch noch winddicht und wasserabweisend ist und mit Damen- oder Herrenschnitte für angenehmen Tragekomfort sorgt. „Diese Overalls sind wirklich perfekt. Wir sind begeistert!“. „Nichts stinkt mehr. Der Overall hat sich täglich bewährt“. Aber auch: „Revolution zum Wohl der Bäuerinnen. Ich habe die Stallmütze schon sehr oft weiterempfohlen“. „Ich bin Bäuerin und Verkäuferin und Dank der Mütze riecht man keinen Stallgeruch mehr“. „Die Stallmütze ist klasse. Sie ist angenehm zu tragen und sieht auch noch gut aus“. „Ganz tolle Mütze für Kinder. Absolut winddicht“ – sind nur einige der vielen Kundenmeinungen, die Christina Berger gesammelt hat und die sie täglich anspornen.

Tags: OVB
Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.